Verkostung: Weißbier (Morpheus_muc)

Hallo Zusammen, Hallo Michael!,

Erstmal an dieser Stelle ein Dankeschön für dein Bierpaket mit deinen neuen Bieren. Es ist echt sehr wertvoll und hilfreich wenn unter Hobbybrauern Biere ausgetauscht werden. Dementsprechend lernt man Rezepte in der Praxis kennen, kann über das Bier diskutieren, Rezepte besprechen und ggf. optimieren.

Zwei verschiedene Weizenbiere kamen mit schönen Etikett an. Auf diesem sind genau Zutaten wie Malz, Hopfen sowie die Stammwürze zu finden. (Das muss ich mir mal als Vorbild nehmen)

Das Aussehen: Schaum und Farbe
Das Weizen zeigt eine schöne orange satte Färbung, der Schaum ist dabei in der ersten Flasche relativ Stabil, bei der hopfengestopften zweiten Variante ist ein etwas kompakterer und stabilerer Schaum zu sehen.

Der Geruch
Ist der Schaum erstmal etwas herabgesunken, kann man die feinen Weizen-Bier-Aromen gleich wesentlich besser wahrnehmen. Es zeigt sich ein mildes Bananenaroma und eine ganz leicht wahrzunehmende Nelke. Die Banane ist gegenüber der Nelke aufjedenfall dominant, es zeigt sich allerdings keine solche Bananenbombe welche ich in anderen Weizen riechen konnte.

Der Geschmack
Der erste Schluck zeigt gleich einen vollen kräftigten Malzkörper (Sebastian). Das Bier hat ein wunderbaren Malzkörper welcher den Mund auskleidet und eine Vollmundigkeit vermittelt. Dieser ist ausgeprägter als bei vielen Kaufweizen (Sebastian). Weiterhin zeigt sich eine Bitterkeit, die für ein Weizen unserer Meinung nach am oberen Limit ist. Es könnte auch eine geringe Bitterkeit von den Phenolen zu schmecken sein, leichte Nelkenaromen sind präsent. Das Bier ist minimal alkoholisch, man schmeckt damit definitiv die höhere Stammwürze. Ebenfalls zeigen sich minimal mineralische Töne, genauer Eisentöne (Sebastian) (Konnte Fabian nicht rausschmecken 😉 ).

Der CO2-Gehalt ist bei diesem Bier minimal zu gering ausgefallen. Allerdings total im Rahmen, es fällt nur auf da in der zweiten Flasche ein etwas höherer Gehalt vorherscht.

Die zweite Variante: Gestopft mit 2g/l Nelson Sauvin

Eigentlich war der Plan, das erste Bier zu trinken, das zweite zu einem späteren Zeitpunkt zu öffnen. Nach deinem ersten Bier hatten wir aber gleich Durst aufs zweite, der interessante Vergleich tat dann sein übriges um uns zu überzeugen 😉

Das Bier ertönt mit einem hochfrequenten Plöpp da die Flaschen gut gefüllt sind. Es läuft mit gleicher Farbe ins Glas. Der CO2-Gehalt ist aber sichtbar höher, es entwickelt sich mehr Schaum. Die Schaumkrone ist wie schon erwähnt etwas stabiler.

Gleich nimmt man den veränderten Geruch war. Der Nelson ist sehr deutlich wahrnehmbar, für uns beide ist es das erste mal mit diesem Hopfen, ebenfalls das erste mal dass wir ein gestopftes Weizenbier trinken. Die Weizenaromen sind geruchlich nur noch im Hintergrund minimal präsent. Man nimmt ein deutliches Zitrusaroma und Mandarinen-Aromen wahr. Um weiter beim Geschmack zu bleiben können wir ebenfalls sagen, dass diese Töne mit zunehmender Temperatur „wärmer“ wahrnehmbar sind. Man kann damit die Orangennoten in eines süße Richtung interpretieren, ein recht guter Vergleich ist die englische Orangenmarmelade. Mich hat es an einen Geruch erinnert, welchen ich aus früherer Zeit kannte allerdings nicht mehr zuordnen konnte. Der Stopf-Hopfen verleit dem Bier ein sehr frisch-fruchtigen Touch, macht das Bier sehr sommerlich. Ebenfalls zeigen sich grüne, grasige Hopfenaromen (Sebastian).
Geschmacklich nimmt der Stopfhopfen definitiv Einfluss auf das gesamte Aroma. Man schmeckt eine leichte säuerliche Note und ich erinner mich gleich an den Geruch von Hopfenpellets. Diese sind also geschmacklich wahrnehmbar, ggf. ein retronasaler Effekt.

Fazit
Uns haben beide Biere gut geschmeckt. Der Co2-Gehalt war bei der gestopften Variante etwas spritziger, das hat uns besser gefallen. Dieser Effekt fällt allerdings NUR auf, wenn man die Biere im Vergleich trinkt. Beide Biere hatten ein ausreichend Co2-Gehalt. Wir fanden, das Bier hatte ein zu hohen Stammwürzegehalt und gerade in der ersten Variante damit einen leichten alkoholischen Touch. Hier würden wir die Stammwürze um -1°P verringern. Ebenfalls war die Banane präsent, allerdings in einem geringern Maße als vom Rezept zu erwarten. Das ist im Hinblick auf diesen Fokus vllt. etwas schade. Das Bier hatte ebenfalls einen leichten Hauch von Nelke, das war allerdings gar nicht schlecht und schaffte etwas mehr Komplexizität. Die Bittere war für uns beide bei einem Weizen schon an der oberen Grenze wobei mein Bruder das stärker wahrgenommen hatte. Wir würden die IBU´s auf 15-16 reduzieren. Sicherlich haben auch die leichten phenolischen Aromen eine Art Bittere erzeugt die wir den IBU´s zugeordnet haben.

Zum Vergleich zwischen beiden Bieren:
Das gestopfte Nelson-Sauvin-Weiße kommt frischer rüber. Die Aromen sind wunderbar. Ich würde die Stopfmenge allerdings als oberes Limit sehen, gegebenfalls sogar auf 1,5g/l reduzieren. Das aus dem Grund, weil die Hopfenaromen nicht dominieren sollen sondern neben den Weizenaromen ein weiteres Aroma darstellen sollen. Wir fanden, dass nahezu alle Weizenaromen durch den Stopf-Hopfen überlagert wurden. Aufkeinen Fall negativ, allerdings präsent dominant..
Michael, wiedermal vielen Dank für das Bierpaket. Mach weiter so, lass uns den Kontakt weiterhin aufrecht erhalten und uns zu gegebenen Zeiten mit Bierpaketen versorgen. Das Retour-Paket geht bald auf reisen.

 
Grüße,
Sebastian& Fabian

Für die Blog-Leser. Michael hat uns das Brauprotokoll zur Verfügung gestellt, unter folgendem Link ist es zu finden:
https://dl.dropbox.com/u/9419862/Verk%C3%B6stigungen/Brauprotokoll%202012-06-08.pdf

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von Freubreu Veröffentlicht in Bier

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