Verkostung: Berliner Weiße (Erlenmeyer)

Die Berliner Weiße, welche den Namen „Champagner des Nordens“ zu recht trägt.

Erlenmeyer lies mir eine seiner drei letzten Berliner Weiße-Flaschen zukommen. Gut gebettet und in Windeln gewickelt  😉  kam sie auch heil an. Da mein Berliner Weiße Brautag anstand und ich noch nie eine echte, nach altem Verfahren gebraute Weiße getrunken hatte war ich sehr gespannt. Erlenmeyer hatte die drei Organismen Lactobacillen, Hefen sowie die Brettanomyces WY 5112 im Einsatz.

Das Aussehen: Schaum und Farbe
Wir gossen uns die Weiße in Wein-Sommelier-Gläser. Hell gelb, mittelklar aber gegebenfalls mit einer geringen Kalttrübung floss es ins Glas. Sehr viel Schaum baute sich auf, der Co2-Gehalt sprang ins Auge. Stark aufbrausende Co2-Perlen waren zu sehen. Der Schaum war insgesamt Mittel-Haltbar wenn man unter normaler Bier-Betrachtung beurteilt. Für eine echte Weiße ist das sicher eine Kunst einen so standhaften Schaum hinzubekommen.

Der Geruch
Das Bier roch sehr sauber. Es war nichts störendes zu riechen, sehr klare Gerüche zeichneten sich ab. Was ich so über die Brettas gelesen hatte konnte ich nicht wiederfinden. Kein Pferdeschweiß, Moder oder Leder. Das Bier war vielmehr sehr frisch, säuerlich. Vorallem unreifer Apfel und sehr markant Grapefruit und Zitronenschalen konnten wir wahrnehmen.

Der Geschmack
Beim ersten Schluck sprudelte das Bier erstmal sehr deutlich im Mund auf. Ähnlich wie bei einem Champagner war ein eher markanter Co2-Gehalt wahrnehmbar welcher im Mund prickelte und sprudelte. Man musste etwas warten, dass sich der Geschmack dominanter durchsetzen konnte. Wir fanden, dass der Co2-Gehalt gegebenfalls ETWAS zu hoch war. Nach etwas Abstehen im Glas war es dann perfekt. Eine feine Säure welche allerdings nicht spitz war machte sich breit. Säuerlich zeigte sich der weitere Antrunk, ähnlich einer säuerlichen Limonade OHNE Zucker. Das Bier wahr gleichzeitig milde und man schmeckte dass es wenig Alkoholgehalt hatte. Sehr erfrischend vermittelte es seinen sommerlichen Charakter. Ich war überrascht, wie lecker, mild und leicht dieses Bier war. Zugleich hatte der hohe CO2-Gehalt dann auch einen gewissen Kick. Die Säure ersetzte den fehlenden Alkoholgehalt, das Bier wirkte überhaupt NICHT dünn.
Auch im Geschmack hab ich keine der „erwarteten“ Brettanomyces-Aromen schmecken können. Ich kenn allerdings den Brett-Geschmack nicht und müsste ggf. ein Bier mit-& ohne Brett-Einsatz probieren um zu schauen, welchen Beitrag die Organismen leisten.
Das Bier war ganz mild herb, was noch eine weitere Komponente im Gesamtpaket war.

Fazit
Die Weiße war besser als von diesem Bierstil überhaupt erwartet. Die Säure, das säuerlich frische, die Grapefruitaromen fand ich richtig lecker. Das Bier erfrischt! Es passt perfekt in den Sommer. Es ist als Aperitif im Sektglas sicherlich auch sehr geeignet. Mit einem hochwertigen am besten selbstgekochten Sirup kann ich mir das Bier auch sehr gut vorstellen. Dadurch würde die Säure noch etwas von einer Süße balanciert werden. Allerdings ist es pur ebenfalls ein Genuß. Ich bin dementsprechend sehr froh, bald auch eine Weiße in der Flasche zu haben. Selbstverständlich Erlenmeyer, wirst du einer der ersten sein, der diese probieren kann!

Vielen Dank für deine Flasche, danke für dein leckeres Bier,
Fabian

Advertisements
von Freubreu Veröffentlicht in Bier

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s