Freubreu´s Video: Fresh Hop Fuggles im Zeitraffer

Hey Zusammen,

Das Video ist zugegeben schon etwas älter, und die Einführung ist auch etwas zäh. Allerdings habe ich das Video noch nie veröffentlicht… Zeit das nachzuholen!

Gebraut wurde mit der eigenen Fuggles-Ernte, gleich Frisch und ohne jegliche Trocknung! Das hat schon ganz besondere Aromen in das Bier gebracht.

Auch der Malzkörper sowie die Farbe war nett!

Grüße,

Fabian

Freubreu´s Tutorial: Richtig Läutern

Hallo Zusammen,

Wir haben vor einiger Zeit mal ein Tutorial zum Läuterprozess gemacht. Es gibt immer wieder nachfragen wie man richtig läutert, welchen Einfluss der Prozess auf die Sudhausausbeute nimmt. Das Video geht genau auf diese Fragen ein. Ebenso wird erläutert, wie man die richtige Menge an Nachgüssen abschätzt.

Viel Spaß:

von Freubreu Veröffentlicht in Bier, HowTo

Der Bau der Flaschenspühlmaschine

Guten Tag Zusammen,

Flaschen Waschen ist eine zeitaufwendige Arbeit. Man möchte hygienisch arbeiten, Rückstände müssen ausgeschlossen werden. Flaschen lassen sich natürlich auch in mehreren Schritten per Hand waschen. Das ganze macht mir allerdings nicht so viel Spaß.

Dementsprechend wurde eine Flaschenwaschmöglichkeit aufgebaut.Der Aufbau ist folgendermaßen gestaltet:

Das ganze ist Halbautomatisch und läuft in mehreren Schritten ab.

#0 Etiketten entfernen

#1 Flaschen von außen Reinigen

#2 Plöpp-Bügel ablösen zum abkochen

#3 Flaschen mit basischer Waschsoda-Lösung von innen reinigen

#3 Flaschen mit saurer Lösung nachspühlen um Rückstände zu entfernen

#4 Auf dem Kopf lagern

#5 Bier genießen

Soweit sieht es aus. Wie ich das ganze noch optimiere, wird sich zeigen 😉

Stay tuned,

Fabian

von Freubreu Veröffentlicht in HowTo

Simcoe Smasher: vom Brautag bis zum ersten Schluck

Guten Abend Zusammen,

Schon lange kam von mir nichts mehr auf dem Blog. Das lag unter anderem daran, dass ich mit meiner Bachelorarbeit und mit meinen aktuellen Traineeprogramm etwas eingespannt war 😉 DAS wird natürlich aufgeholt.

Mit diesem Thread möchte ich meinen mittlerweile optimierten Brauprozess darstellen. Es beginnt bei der Vorbereitung der Hefe, und endet mit einem Tasting des Bieres! Ich werde bewusst mit vielen Bildern arbeiten um so einen guten Eindruck zu vermitteln.

Ein paar Tage vor dem Brautag

Entsteht das Rezept. Die Rezeptur entscheidet über das Endprodukt! Die erste Frage ist dementsprechend: Was möchte ich eigentlich? Die Antwort war folgende:

Ein sommerliches Bier mit feinem Malzkörper. Dem gegenüber eine frische und hervorgehobene Bittere. Im Geruch dominante fruchtige Hopfenstopf-Aromen. Dem Simcoe werden Aromen von Maracuja, Aprikose, intensive Kiefer und holzige Aromen nachgesagt. Schaun wir mal!

Solltet ihr das Rezept nachbrauen, so passt bitte die Hauptguss- & Nachgussmenge auf eure Anlage an.

1 Tag vor dem Brauen

.. wird die Hefe (US-05) und das Malz vorbereitet

Die Hefe wurde in 10°P Malzextraktlösung eingerührt. Muss bei trockener Hefe nicht sein, allerdings wollte ich ein Päkchen für 40L verwenden. Dementsprechend lohnt es sich die Hefe etwas zu vermehren.

Das Malz kommt mittlerweile aus dem 25KG Sack… dabei spart man ordentlich Geld. Das Malz wird frisch vor dem Brauen abgewogen und anschließend geschrotet.

Am Brautag…

wird die Anlage aufgebaut

Danach wird entsprechend der Hauptguß eingefüllt und das Wasser mit Milchsäure und Calciumchlorid behandelt! Das sorgt dafür, dass der Hopfen weicher schmeckt.. die Wasserwerte müssen immer entsprechend der eigenen Wasserwerte bearbeitet werden…sollte dies sinnvoll sein.

Anschließend wird eingemaischt..

Nach dem Maischen wird abgeläutert.. Der innenliegende Panzerschlauch dient als Läuterhilfe, sodass direkt aus dem Maischetopf abgeläutert werden kann. Es wird direkt auf den Teil des Hopfens geläutert, der als Vorderwürzehopfung verwendet wird.

Der Hopfen als Vorderwürzehopfung

Ich läuter, bis die Stammwürze zirka 2°P unter dem Zielwert liegt. Das ist auf meiner Anlage der Wert, der bei dieser Biermenge über die Hopfenkochzeit verdampft.

Nachdem das Läutern abgeschlossen ist säubere ich den Topf, entferne den Panzerschlauch und gieße die Würze zurück in mein Topf. Dann gehts ab auf den Brenner. Hopfenkochen!

Nach dem Hopfenkochen wird ein starker Strudel erzeugt, der Whirlpool… dabei sammeln sich die ausgefallenen Trübstoffe im Topfmittelpunkt.

Nach zirka 15-20 Minuten kann runtergekühlt werden. Dazu verwenden wir einen Plattenwärmetauscher. Das Kühlwasser wird aufgefangen, um damit Brauutensilien und Fässer zu reinigen

Und dann sieht man den Effekt des Whirlpools! Dadurch werden die meisten Trübstoffe, denaturierte Eiweiße und Hopfenpartikel zurückgehalten. Der Rest wird durch den Sputnikfilter herausgeholt.

Und nach dem kühlen… erstmal ne Pause 😀

Nach der Pause wird der Sud dann mit der Hefe angestellt. Zuerst wird in der Würze schön Luft untergeschlagen, danach kommt die Hefe dazu:

Damit Endet der Brautag… Wenn da nicht das aufräumen wäre 😛

Die Gärung

Die Gärung treibt die Hopfenharze an die Oberfläche.. Nach ein paar Tagen ist die Gärung schon größtenteils vorbei.

Die Gärung ist abgeschlossen wenn kein Co2 mehr gebildet wird.. Die Werte für dieses Bier gestalten sich nach folgendermaßen

Nach der Gärung kommt die spontane Entscheidung

Ein Teil des Sudes (12l) wird mit Holunderblüten gestopft..3g/l werden hier eingesetzt… letztes Jahr wurden 6g/l verwendet, das war schon sehr intensiv! Die Hauptmenge wird natürlich mit 4g/l Simcoe-Hopfen gestopft.. Der Sud bleibt weiterhin auf der Hefe.

12L Bier laufen auf die Holunderblüten…

Auf den Rest werden die Hopfenpellets aufgestreut!

Der Hopfen wird bei mir für zirka 7 Tage gestopft. Andere lassen den Hopfen für gute 14 Tage einwirken und geben die Hopfenstopfmenge in 2 Gaben. Teste ich beim nächsten mal.

Das Abfüllen

Das Bier wird bei uns gleich in Fässer gefüllt. Damit wir keine Hopfen- / Holunder-Feststoffe mit in die Fässer kriegen, filtern wir das Bier durch den Sputnikfilter.. dieses mal haben wir ein 1µm Filter verwendet. Dies ist ein Versuch das Bier schon möglichst von Trubstoffen zu befreien.. Beim Filtern wird unter dem Filter Co2 eingeströmt, damit das Bier nicht mit dem Sauerstoff oxidiert.

Zurück bleibt der Hefebodensatz mit Hopfenschmodder

Die Fässer werden danach direkt mit der Co2-Flasche aufcarbonisiert.. Das mach ich auch nicht regelmäßig, aber der Sputnik dürfte die Hefe mit rausgefiltert haben.

To be continued

von Freubreu Veröffentlicht in Bier, HowTo

Verkostung: Single Hop Willamette/Simcoe (Freubreu)

Its tasting time again!. Diesmal hat Grima das single hop Willamette verkostet. Ich schätze seine Berichte sehr, da er mittlerweile über 1500 Berichte bei ratebeer.com abgegeben hat. Ebenfalls weil seine Bewertungen immer sehr positiv ausfallen – was meine Biere angeht 😛 Da ich total den Braubericht verschlafen habe hier der Forenthread zu meinem Brautag:
http://hobbybrauer.de/modules.php?name=eBoard&file=viewthread&tid=13747#pid158076

Die Willamette-Variante

Erstma: Ich liebe Willamette!!! Ich hab letztes Jahr selbst ein Single Hop IPA mit Willamette gebraut, und das war ein absolut geniales Bierchen!

Das Bier an sich ist schön klar, mit genialem Rotstich und herrlicher Krone. Astrein, besser gehts kaum noch!

Duft: Sehr ähnlich wie bei meinem IPA: Sehr hopfig-fruchtig, ordentlich beerige Aromen, leicht fruchtig-bitter in der Nase…

Antrunk: Das Bier startet mit ausgedehnten Hopfenaromen, dominant fruchtig, sehr beerig, leicht bitter und dezent hefig.

Mittelteil: beerig-fruchtig, sehr aromahopfig, dezent nadelholzig!

Finish: deutlich fruchtig-süß, mit viel beerigem Aroma, gepaart mit harzigen Hopfennoten und etwas Karamell.

Fazit: Schmeckt wie ne abgespeckte Version von meinem Single Hop IPA, und genau das ist es auch. Willamette ist einfach ein geiler Aromahopfen mit grandiosen fruchtig-beerigen Aromen! Schade nur, dass mein Bier nicht so klar und rötlich ausgefallen ist. Evtl sollt ich auch auf Cara Red umsteigen 🙂

Cheers
Marco

Die Simcoe Variante

Optik: Im Glas hats ne wunderschöne rötlich orangene Farbe mit langlebiger Krone

Duft: Es duftet herrlich nach Aromahopfen, der von mir so heiss geliebte Simcoe kommt prima durch. Waldig-erdige Noten mit etwas Hard, Pinie und Zitrusfrucht!

Antrunk: Startet sehr intensiv bitter und harzig, viel Pinie, Nadelholz und süßlich-fruchtige Zitrusnoten sind erkennbar!

Mittelteil: Etwas bitterer werdend, dezent parfumige Noten kommen auf, gepaart mit fruchtigen Zitrusnoten und etwas Pinie

Finish: Wieder dezent parfumig (positiv gesehn!!!) und stark zitrusfruchtig, langanhaltend, mit viel Simcoe!!

Fazit: Wiedermal ein sehr geiles Bierchen von Fabi, ohne ein einziges Makel! Herrliche Aromen, Bierstil exakt genau getroffen, und der Simcoe Hopfen entfaltet seine wahre Pracht, ohne auch nur zu einem einzigen Zeitpunkt aufdringlich zu werden! Astreine Braukunst, Hut Ab!!!

Cheers
Marco

von Freubreu Veröffentlicht in Bier

Verkostung: Sambas Pale Ale Variante 2 (Freubreu)

Its Tasting Time. Bierhias hatte mein gestopftes Sambas Pale Ale nach längerer Lagerzeit und seine Eindrücke in einem Bericht/ Bild festgehalten. Das will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Das Bier ist eine gestopfte Sambas Pale Ale Variante mit 3g/L Cascade/Citra 50:50. Zum Braubericht geht es hier:

https://freubreu.wordpress.com/2012/04/08/sambas-pale-ale-ein-helles-sommerbier-mit-drei-getreidesorten/

Zum Schaum sage ich nichts, da das nicht sehr repräsentativ ist. Alle Biere die ich aus diesen Gläsern trinke haben einen recht groben Schaum. Liegt wohl am Spülmittel. Soviel aber….er ist sehr stabil und schneeweiß.
Die Farbe geht ins hellgelb, doch wäre diese sicher noch um einiges Heller, wenn die Trübung nicht wäre. Stört mich aber nicht.

Der Geruch ist extrem fruchtig mit starken Zitrusaromen. Neben Grapefruit kommt auch leicht Zitrone durch. Mein Pale Ale mit Mais wurde auch mit Citra gestopft (single hop) und da ist das Grapefruitaroma noch deutlicher zu erkennen. In diesem Fall entfaltet sich eben die erwähnte Grapefruit Zitronen Mischung. Riecht sehr erfrischend und einladend.

Erster Schluck….Geschmack, was man erwartet. Wieder Grapefruit und Zitrone. Ganz dezent alkoholische Note. Die Bittere ist zwar präsent, aber keineswegs zu aufdringlich (25-30BE?) wahrscheinlich ist auch durch das Stopfen noch ordentlich Bittere hinzugekommen. Der CO2 Gehalt ist mir persönlich für ein Ale etwas zu viel (5,X?).

Das Bier ist sehr vollmundig. Ich hätte zwar gedacht, dass es süßer daher kommt, aber das hält sich durch die Bitterkeit gut die Waage. Erst wenn man nach dem Runterschlucken an den Hopfenaromen „vorbei schaut“ erkennt man, dass es doch eine erhebliche Restsüße hat.

Fazit:
Erfrischend spritzig und schön süß im Abgang. Die Hopfenaromen der zwei Hopfen machen sich echt gut in Kombination mit der Restsüße. Top Stopf-Hopfen! CO2 Gehalt is wie gesagt mir persönlich etwas zu viel….ich carbonisiere meine Ales meist auf unter 5,0g/L. Aber auf jeden Fall ein sehr leckeres Bier. Ich freu mich schon auf die anderen! :thumbup:

 

von Freubreu Veröffentlicht in Bier

Verkostung: Märzen (Freubreu)

Hallo Zusammen,

Mir wurde heute ein sehr nett geschriebener Verkostungsbericht geschickt. Dabei handelt es sich um folgendes Märzenbier, welches ich gebraut habe:
http://www.maischemalzundmehr.de/index.php?id=105&inhaltmitte=recipe
Da bleibt mir nur zu sagen: Danke für den Bericht und vielen Dank für das schöne Bild. Hier folgt der Bericht:

Liebe Bierfans, lieber Fabian!
Vielen Dank für die große Auswahl Deiner Biere, als erstes habe ich das Märzen verkostet. Dazu anmerken ist, dass dies mein erster Verkostungsbericht ist, ich bitte daher, mir Unzulänglichkeiten nachzusehen.
Zunächst musste ich feststellen, dass ich das Märzen zu sehr gekühlt hatte, es hatte um 7°C. Zwar bin ich – wie Du auch, Fabian – kein Freund wärmerer Biere, hier hatten die komplexeren Malzaromen jedoch bis fast zur Unkenntlichkeit unter der Kälte gelitten.

Das Aussehen
Nach dem Einschenken zeigt sich ein klares, bernsteinfarbenes Bier mit einer schönen beigefarbenen Schaumkrone. Dass der Schaum nicht lange hält, stört mich nicht und kann zum Teil auch meinen Gläsern geschuldet sein.

Der Geruch
Mit zunehmender Temperatur zeigt sich eine feine Malznote, besondere Hopfenaromen fallen sortentypisch nicht auf.

Der Geschmack
Im Antrunk zeigt sich eine deutliche Hopfenbittere, ohne dass ich eine besondere Sorte ausmachen könnte. Darauf folgt ein geradliniger Körper. Es ist bei aller Komplexität der schönen Malzaromen ein erstaunlich schlankes Bier, jedoch ohne dünn zu sein. Die Malzaromen kommen völlig ohne die Süße beispielsweise eines Bocks daher. Im Abgang verbinden sie sich schön mit der Hopfenbittere.

Fazit
Ein wunderbares Märzen, mit einem – trotz komplexer Malzaromen – schlanken Körper und kaum Restsüße. Erfrischend, mit schöner Rezens, perfekt carbonisiert. Die Bitterkeit ist für meinen persönlichen Geschmack eher an der oberen Grenze aber absolut sortentypisch und verbindet sich harmonisch mit den Malzaromen. Wo heute ja allenthalben Hopfensorten und –aromen im Fokus stehen, ist dieses Bier ein schönes Beispiel dafür, welchen Stellenwert Malzaromen haben können und wie sie den Körper eines Bieres ausmachen.


Ein weiterer Verkostungsbericht der das gleiche Bier betrifft:

Farbe geht ins hell braune leicht rötliche. Schaum ist schön feinporig (nach diversen Ausspülsessions 😉 ). Es hat eine deutliche Trübung, was mich jetzt nicht stört, aber ich als alter „Klarheitsfanatiker“ finde gut geklärte Biere vom Optischen her einfach ansprechender.

Das ist ein schönes Session Bier. Bei den krass gestopften Pale Ales hab ich immer das Problem, dass sie zwar sehr lecker sind, aber einfach durch das Rohhopfenaroma nach zwei Flaschen überstehen….zumindest mir. Da dieses Bier mit einem Pale Ale soviel zu tun hat wie Äpfel mit Birnen war dieser Absatz eigtl überflüssig. 😀

Der Geruch ist schon sehr malzig und etwas nach honig, leicht nach Tannenzapfen bzw. etwas harzig was wohl vom Hopfen kommt.

Erster Schluck, dezente Hopfennote, d.h. wieder etwas Harziges, was sich sehr gut macht. Anschließend kommt der süße Malzhammer angeflogen! Super, richtig gut! Zu Beginn hab ich gedacht, dass das alles Malznoten sind, doch nach einiger Zeit ist der Hopfen doch recht gut präsent, v.a. direkt nach dem Schlucken. Die Süße kommt eigtl erst etwas später, nachdem die Hopfenaromen verflogen sind. Dann macht sich eine schön angenehme Malzigkeit breit. Erinnert sehr an Honig. Gefällt mir sehr gut.
Es ist eine leichte Bittere erkennbar, die aber durch die starke Süße sehr dezent rüber kommt. Die Carbonisierung ist genau richtig und nicht zu stark. In Kombination mit den Malzaromen macht der CO2 Gehalt das Bier extrem süffig. Das Glas war schneller leer als mir lieb war.
Schon nach dem einen Glas merk ich den Alkohol….da ist Dampf dahinter.

Ein spitzen Bier, was nach dem ersten Glas lust auf mehr macht. Wenn es nocht richtig klar gewesen wäre gäbs eine 1+, so nur eine 1 😛

Gut Sud
Matthias

—-

Vielen Dank für eure Berichte, ihr seit Top Jungs. Grüße,

Fabian

von Freubreu Veröffentlicht in Bier

Verkostung: Weißbier (Morpheus_muc)

Hallo Zusammen, Hallo Michael!,

Erstmal an dieser Stelle ein Dankeschön für dein Bierpaket mit deinen neuen Bieren. Es ist echt sehr wertvoll und hilfreich wenn unter Hobbybrauern Biere ausgetauscht werden. Dementsprechend lernt man Rezepte in der Praxis kennen, kann über das Bier diskutieren, Rezepte besprechen und ggf. optimieren.

Zwei verschiedene Weizenbiere kamen mit schönen Etikett an. Auf diesem sind genau Zutaten wie Malz, Hopfen sowie die Stammwürze zu finden. (Das muss ich mir mal als Vorbild nehmen)

Das Aussehen: Schaum und Farbe
Das Weizen zeigt eine schöne orange satte Färbung, der Schaum ist dabei in der ersten Flasche relativ Stabil, bei der hopfengestopften zweiten Variante ist ein etwas kompakterer und stabilerer Schaum zu sehen.

Der Geruch
Ist der Schaum erstmal etwas herabgesunken, kann man die feinen Weizen-Bier-Aromen gleich wesentlich besser wahrnehmen. Es zeigt sich ein mildes Bananenaroma und eine ganz leicht wahrzunehmende Nelke. Die Banane ist gegenüber der Nelke aufjedenfall dominant, es zeigt sich allerdings keine solche Bananenbombe welche ich in anderen Weizen riechen konnte.

Der Geschmack
Der erste Schluck zeigt gleich einen vollen kräftigten Malzkörper (Sebastian). Das Bier hat ein wunderbaren Malzkörper welcher den Mund auskleidet und eine Vollmundigkeit vermittelt. Dieser ist ausgeprägter als bei vielen Kaufweizen (Sebastian). Weiterhin zeigt sich eine Bitterkeit, die für ein Weizen unserer Meinung nach am oberen Limit ist. Es könnte auch eine geringe Bitterkeit von den Phenolen zu schmecken sein, leichte Nelkenaromen sind präsent. Das Bier ist minimal alkoholisch, man schmeckt damit definitiv die höhere Stammwürze. Ebenfalls zeigen sich minimal mineralische Töne, genauer Eisentöne (Sebastian) (Konnte Fabian nicht rausschmecken 😉 ).

Der CO2-Gehalt ist bei diesem Bier minimal zu gering ausgefallen. Allerdings total im Rahmen, es fällt nur auf da in der zweiten Flasche ein etwas höherer Gehalt vorherscht.

Die zweite Variante: Gestopft mit 2g/l Nelson Sauvin

Eigentlich war der Plan, das erste Bier zu trinken, das zweite zu einem späteren Zeitpunkt zu öffnen. Nach deinem ersten Bier hatten wir aber gleich Durst aufs zweite, der interessante Vergleich tat dann sein übriges um uns zu überzeugen 😉

Das Bier ertönt mit einem hochfrequenten Plöpp da die Flaschen gut gefüllt sind. Es läuft mit gleicher Farbe ins Glas. Der CO2-Gehalt ist aber sichtbar höher, es entwickelt sich mehr Schaum. Die Schaumkrone ist wie schon erwähnt etwas stabiler.

Gleich nimmt man den veränderten Geruch war. Der Nelson ist sehr deutlich wahrnehmbar, für uns beide ist es das erste mal mit diesem Hopfen, ebenfalls das erste mal dass wir ein gestopftes Weizenbier trinken. Die Weizenaromen sind geruchlich nur noch im Hintergrund minimal präsent. Man nimmt ein deutliches Zitrusaroma und Mandarinen-Aromen wahr. Um weiter beim Geschmack zu bleiben können wir ebenfalls sagen, dass diese Töne mit zunehmender Temperatur „wärmer“ wahrnehmbar sind. Man kann damit die Orangennoten in eines süße Richtung interpretieren, ein recht guter Vergleich ist die englische Orangenmarmelade. Mich hat es an einen Geruch erinnert, welchen ich aus früherer Zeit kannte allerdings nicht mehr zuordnen konnte. Der Stopf-Hopfen verleit dem Bier ein sehr frisch-fruchtigen Touch, macht das Bier sehr sommerlich. Ebenfalls zeigen sich grüne, grasige Hopfenaromen (Sebastian).
Geschmacklich nimmt der Stopfhopfen definitiv Einfluss auf das gesamte Aroma. Man schmeckt eine leichte säuerliche Note und ich erinner mich gleich an den Geruch von Hopfenpellets. Diese sind also geschmacklich wahrnehmbar, ggf. ein retronasaler Effekt.

Fazit
Uns haben beide Biere gut geschmeckt. Der Co2-Gehalt war bei der gestopften Variante etwas spritziger, das hat uns besser gefallen. Dieser Effekt fällt allerdings NUR auf, wenn man die Biere im Vergleich trinkt. Beide Biere hatten ein ausreichend Co2-Gehalt. Wir fanden, das Bier hatte ein zu hohen Stammwürzegehalt und gerade in der ersten Variante damit einen leichten alkoholischen Touch. Hier würden wir die Stammwürze um -1°P verringern. Ebenfalls war die Banane präsent, allerdings in einem geringern Maße als vom Rezept zu erwarten. Das ist im Hinblick auf diesen Fokus vllt. etwas schade. Das Bier hatte ebenfalls einen leichten Hauch von Nelke, das war allerdings gar nicht schlecht und schaffte etwas mehr Komplexizität. Die Bittere war für uns beide bei einem Weizen schon an der oberen Grenze wobei mein Bruder das stärker wahrgenommen hatte. Wir würden die IBU´s auf 15-16 reduzieren. Sicherlich haben auch die leichten phenolischen Aromen eine Art Bittere erzeugt die wir den IBU´s zugeordnet haben.

Zum Vergleich zwischen beiden Bieren:
Das gestopfte Nelson-Sauvin-Weiße kommt frischer rüber. Die Aromen sind wunderbar. Ich würde die Stopfmenge allerdings als oberes Limit sehen, gegebenfalls sogar auf 1,5g/l reduzieren. Das aus dem Grund, weil die Hopfenaromen nicht dominieren sollen sondern neben den Weizenaromen ein weiteres Aroma darstellen sollen. Wir fanden, dass nahezu alle Weizenaromen durch den Stopf-Hopfen überlagert wurden. Aufkeinen Fall negativ, allerdings präsent dominant..
Michael, wiedermal vielen Dank für das Bierpaket. Mach weiter so, lass uns den Kontakt weiterhin aufrecht erhalten und uns zu gegebenen Zeiten mit Bierpaketen versorgen. Das Retour-Paket geht bald auf reisen.

 
Grüße,
Sebastian& Fabian

Für die Blog-Leser. Michael hat uns das Brauprotokoll zur Verfügung gestellt, unter folgendem Link ist es zu finden:
https://dl.dropbox.com/u/9419862/Verk%C3%B6stigungen/Brauprotokoll%202012-06-08.pdf

von Freubreu Veröffentlicht in Bier

Verkostung: Berliner Weiße (Erlenmeyer)

Die Berliner Weiße, welche den Namen „Champagner des Nordens“ zu recht trägt.

Erlenmeyer lies mir eine seiner drei letzten Berliner Weiße-Flaschen zukommen. Gut gebettet und in Windeln gewickelt  😉  kam sie auch heil an. Da mein Berliner Weiße Brautag anstand und ich noch nie eine echte, nach altem Verfahren gebraute Weiße getrunken hatte war ich sehr gespannt. Erlenmeyer hatte die drei Organismen Lactobacillen, Hefen sowie die Brettanomyces WY 5112 im Einsatz.

Das Aussehen: Schaum und Farbe
Wir gossen uns die Weiße in Wein-Sommelier-Gläser. Hell gelb, mittelklar aber gegebenfalls mit einer geringen Kalttrübung floss es ins Glas. Sehr viel Schaum baute sich auf, der Co2-Gehalt sprang ins Auge. Stark aufbrausende Co2-Perlen waren zu sehen. Der Schaum war insgesamt Mittel-Haltbar wenn man unter normaler Bier-Betrachtung beurteilt. Für eine echte Weiße ist das sicher eine Kunst einen so standhaften Schaum hinzubekommen.

Der Geruch
Das Bier roch sehr sauber. Es war nichts störendes zu riechen, sehr klare Gerüche zeichneten sich ab. Was ich so über die Brettas gelesen hatte konnte ich nicht wiederfinden. Kein Pferdeschweiß, Moder oder Leder. Das Bier war vielmehr sehr frisch, säuerlich. Vorallem unreifer Apfel und sehr markant Grapefruit und Zitronenschalen konnten wir wahrnehmen.

Der Geschmack
Beim ersten Schluck sprudelte das Bier erstmal sehr deutlich im Mund auf. Ähnlich wie bei einem Champagner war ein eher markanter Co2-Gehalt wahrnehmbar welcher im Mund prickelte und sprudelte. Man musste etwas warten, dass sich der Geschmack dominanter durchsetzen konnte. Wir fanden, dass der Co2-Gehalt gegebenfalls ETWAS zu hoch war. Nach etwas Abstehen im Glas war es dann perfekt. Eine feine Säure welche allerdings nicht spitz war machte sich breit. Säuerlich zeigte sich der weitere Antrunk, ähnlich einer säuerlichen Limonade OHNE Zucker. Das Bier wahr gleichzeitig milde und man schmeckte dass es wenig Alkoholgehalt hatte. Sehr erfrischend vermittelte es seinen sommerlichen Charakter. Ich war überrascht, wie lecker, mild und leicht dieses Bier war. Zugleich hatte der hohe CO2-Gehalt dann auch einen gewissen Kick. Die Säure ersetzte den fehlenden Alkoholgehalt, das Bier wirkte überhaupt NICHT dünn.
Auch im Geschmack hab ich keine der „erwarteten“ Brettanomyces-Aromen schmecken können. Ich kenn allerdings den Brett-Geschmack nicht und müsste ggf. ein Bier mit-& ohne Brett-Einsatz probieren um zu schauen, welchen Beitrag die Organismen leisten.
Das Bier war ganz mild herb, was noch eine weitere Komponente im Gesamtpaket war.

Fazit
Die Weiße war besser als von diesem Bierstil überhaupt erwartet. Die Säure, das säuerlich frische, die Grapefruitaromen fand ich richtig lecker. Das Bier erfrischt! Es passt perfekt in den Sommer. Es ist als Aperitif im Sektglas sicherlich auch sehr geeignet. Mit einem hochwertigen am besten selbstgekochten Sirup kann ich mir das Bier auch sehr gut vorstellen. Dadurch würde die Säure noch etwas von einer Süße balanciert werden. Allerdings ist es pur ebenfalls ein Genuß. Ich bin dementsprechend sehr froh, bald auch eine Weiße in der Flasche zu haben. Selbstverständlich Erlenmeyer, wirst du einer der ersten sein, der diese probieren kann!

Vielen Dank für deine Flasche, danke für dein leckeres Bier,
Fabian

von Freubreu Veröffentlicht in Bier

Streambier1: Braun Abbey Ale vom Brautag bis zur Flaschenabfüllung

Zum Braun Abbey Ale

Den Brautag könnt ihr über folgende Aufzeichnungen nochmal anschaue
Teil 1/2
http://de.twitch.tv/advanced1337/b/327497820
http://de.twitch.tv/advanced1337/b/327505884
Die Videos beinhalten viele grundlegende Tipps für Anfänger!

Ausgeschlagen haben wir Rund 23 Liter mit 14°P

Die Gärung ist wunderbar angelaufen und es vergärt wie bei den anderen obergärigen Bieren auch. Es riecht sehr besonders und die Kräusen sind weniger hoch als sonst, es mag allerdings daran liegen dass die Gärung so heftig anlief, dass sich in der ersten Nacht schon einige getan hat. In den nächsten Tagen werde ich mit dem Refraktometer messen.<br

Ich meld mich, sobald es etwas neues gibt.

Grüße,
Fabian

von Freubreu Veröffentlicht in Bier